Sie trugen Hut –  die Frauen, die für das Frauenwahlrecht in Deutschland kämpften, am 19. Januar 1919 zur Wahl gingen und sich wählen ließen. Zum Erinnern an „100 Jahre Frauenwahlrecht“  hat der Katholische Deutsche Frauenbund die Aktion „Wir ziehen den Hut“ initiiert. An dem Jubiläumstag, 19. Januar, soll das Tragen eines Hutes ein öffentliches Bekenntnis zu Demokratie und Frauenrechten sein. Der Zweigverein Viernheim beteiligt sich an der Aktion mit einem Fotoshooting:

Samstag, 19. Januar 2019
Alle Frauen sind aufgerufen, um 11.30 Uhr ans Viernheimer Rathaus zu kommen – entweder mit eigenem Hut oder auch ohne.

Dort werden (bis etwa 12 Uhr) Gruppen- und Einzelbilder gemacht, die auf der digitalen Fotowand der Internetseite www.wir-ziehen-den-hut.de veröffentlicht werden. Damit solidarisieren sich auch die Viernheimer Frauen mit den Stimmrechtsaktivistinnen vor 100 Jahren.

Der KDFB wurde 1903 in Deutschland gegründet und forderte bereits 1904 eine gründliche politische Bildung der Frauen. Unmittelbar nach der Ausrufung des Frauenwahlrechts startete er umfangreiche Aktionen wie Vorträge, Flugblätter und Zeitungsartikel, um Frauen mit ihrem Wahlrecht vertraut zu machen. Zahlreiche Damen wurden von KDFB-Frauen angesprochen und ermutigt, sich zur Wahl zur stellen. Zu den 37 Frauen, die den Einzug in die Nationsversammlung schafften, gehörten auch sechs KDFB-Frauen. Bis heute engagieren sich KDFB-Frauen politisch. Sie setzen sich ein für eine tatsächliche Gleichberechtigung beim Gehalt, der Karriere oder der Rente. Sie bringen sich als Abgeordnete in Parlamenten auf allen Ebenen ein und ermutigen andere Frauen, es ebenfalls zu tun. Sie sind gemeinsam mit ihren Kolleginnen bereit, sich den sprichwörtlichen Hut aufzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

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