„Stehen sie gut?“, fragte Nora Noé die Teilnehmerinnen der Stadtführung durch den Jungbusch. Im Pestjahr 1666/1667 befand sich genau hier der Pesthügel, ein Friedhof auf dem Tausende von Pestopfern beerdigt wurden, erklärt die Stadtführerin den Frauen des Frauenbundes.

Nora Noé, die in ihrer Kind- und Jugendzeit im Jungbusch wohnte, erzählt in lockerer, angenehmer Art viel Wissenswertes über den Jungbusch, der vom Verbindungskanal, Neckar und Luisenring begrenzt, im Jahr 1870 entsteht. Einwanderer, Kaufleute, Reeder und Arbeiter prägen bis ins 19 Jahrhundert das Stadtbild des Jungbuschs. Während der Besatzungszeit eröffnen viele Bars und Kneipen, Animier-Damen locken zum Besuch und bescheren dem Stadtteil den Beinamen Rotlichtviertel. Seit einigen Jahren entwickelt sich der Jungbusch zu einem multikulturellen „Szenenviertel“.

Nora Noé zeigt den Frauen neu restaurierte hochherrschaftliche Häuser aus der Gründerzeit, alte und neue Innenhöfe und die ehemalige Endstation der Line 2 der Pferde-Trambahn in der Jungbusch-Straße. Nach gut 2 Stunden kehren die Frauen zum Abschluss der Führung in die ganz in schummriges Rotlicht getauchte Szenenkneipe Onkel-Otto-Bar ein.

Text: Ursula Scheidel

Fotogalerie Jungbusch

Share This